Spottertour am Düsseldorfer Airport im Herbst 2020

Mit Abstand ganz nah dran – Plane Spotting in Corona-Zeiten

25.11.2020

Planespotter sind für jede Gelegenheit dankbar, in die Nähe der begehrten Flugobjekte zu gelangen, um das ideale Motiv zu erwischen. Insgesamt 40 Spotter kamen im Oktober auf zwei exklusiven Touren in den Genuss, auf dem Vorfeld Bilder machen zu dürfen. Thomas Fraszczak war einer von ihnen. Der 57-jährige war gleich auf beiden Touren dabei. „Solche Gelegenheiten sind selten, zu Corona-Zeiten erst recht, das wollte ich mir auf keinen Fall entgehen lassen.“, sagt der gelernte Betriebsschlosser.

Thomas Frasczak
Thomas Fraszczak

Seit 1978 ist er Spotter. Wie viele andere hat auch er damit angefangen, zuerst Flugzeugkennzeichen zu notieren und Postkarten zu sammeln, bevor 1984 eine Kamera ins Spiel kam. Seitdem hat er einige zigtausend Dias gemacht und eine noch größere Anzahl digitaler Fotos. In Ratingen aufgewachsen, konnte er die Flieger bei Westwind im Landeanflug auf den Düsseldorfer Flughafen beobachten. Die Leidenschaft war geweckt. Als Teenager ging es mit dem Fahrrad an den Flughafenzaun, hier verbrachte er jede freie Stunde mit gleichgesinnten Flugzeugfans, die vom Luftverkehr fasziniert waren. „Die Nachmittage und Wochenenden hatten damit ihre Langeweile verloren“, erinnert er sich.  

Seine Begeisterung hat bis heute nicht nachgelassen. Wenn Thomas in die Nähe eines Airports kommt, steigt der Puls, dagegen kann er gar nichts machen. Plane Spotting ist das einzige Hobby des Familienvaters. Für mehr wäre auch gar keine Zeit, denn damit verbunden sind Reisen zu anderen Flughäfen, die Bilder wollen sortiert und bearbeitet werden und die fertigen Ergebnisse werden auch gerne präsentiert. Seit Jahren lädt er jeweils elf weitere Spotter zu einem Kalenderprojekt ein. Das fertige Werk verschenkt er an Menschen, die er im Laufe des Jahres getroffen hat und die es seiner Meinung nach verdient haben. 


Der Airport zur blauen Stunde

Jetzt, während der Corona-Zeit, wurden die Gelegenheiten neue Motive zu finden rar. Da kamen die Airport-Touren wie gerufen. Der Düsseldorfer Airport wählte den Startpunkt der Touren am späten Nachmittag, so dass Aufnahmen in der Dämmerung – während der sogenannten „blauen Stunde“ – und in kompletter Dunkelheit möglich waren. Etwas anspruchsvoller, als bei blauem Himmel und Sonnenschein. Genug neue Motive für den nächsten Kalender! Zwar war der Flugbetrieb im Oktober stark eingeschränkt, doch zahlreiche geparkte Flieger boten genügend Möglichkeiten für Detailaufnahmen, Lichtstimmungen und dem obligatorischen Gruppenbild, das zu jeder Tour gehört.

Die Kameras klickten pausenlos und die Speicherkarten glühten. Hier eine kleine Auswahl der unzähligen Bilder, die bei den beiden Spottertouren im Oktober geschossen wurden.

Faszination trifft Leidenschaft

Was der seltenste Flieger oder schönste Erlebnis in all den Jahren war, wollen wir wissen. Gar nicht so einfach, wenn man tausende Flugzeuge gesehen und fotografiert hat. Thomas muss überlegen. Aber dann hat er seine „Top 3“ doch zusammen: Eine Douglas DC-8 der amerikanischen Airline Braniff, die der Künstler Alexander Calder bemalt hat, die Boeing 747SP der NASA und der Airbus A380 von All Nippon Airways in der farbenfrohen Sonderbemalung mit einem Seeschildkrötenmotiv.

Zeitgenossen, denen das Hobby fremd ist, werden sich sicherlich fragen, was der Antrieb eines Plane Spotters ist. Warum machen die das, investieren Zeit und Geld und nehmen zahlreiche Anstrengungen in Kauf? So ganz genau kann auch Thomas Fraszczak diese Frage nicht beantworten. Die Sammelleidenschaft und der Jagdtrieb spielen mit Sicherheit eine Rolle. Die Faszination, die von den fliegenden Objekten, gehört dazu. Und nicht zuletzt auch die Gemeinschaft, die verbindet. Plane Spotter sind sehr gut vernetzt, tauschen Informationen aus und zeigen ihre Bilder gerne im Netz. Bei Besuchen an Flughäfen sind immer auch Gleichgesinnte anzutreffen. Es wird geplauscht und diskutiert. Thomas Fraszczak ist Mitglied bei den „DUS Aviation Friends“, einem eingetragenen Verein für Spotter aus Düsseldorf und der größeren Umgebung. Vor Corona gab es ein reges Vereinsleben mit Stammtischen und Grillabenden. Das vermisst er. Genauso wie die Flieger, die jetzt am Airport fehlen. Er hofft, dass der Luftverkehr sich im kommenden Jahr wieder erholt und mehr Airlines seinen „Heimatflughafen“ DUS ansteuern.

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Stift

Karl-Heinz Morawietz

Flughafen Düsseldorf und
Tour-Teilnehmer
(siehe Bildunterschriften)

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