St Patrick's Quay

Wer der Meinung ist, Irlands Hauptstadt Dublin würde einem alles bieten, was zu einem richtigen Irland-Urlaub dazugehört, sollte sich kurz Zeit für die folgenden Zeilen nehmen. Denn Cork im Süden des Landes weiß mit einigen Superlativen zu punkten: Die zweitgrößte Stadt Irlands, deren Zentrum sich auf einer Insel im River Lee befindet, blickt nicht nur auf eine fast 1.500-jährige Geschichte zurück - der Hafenvorort Cobh ist auch der wichtigste Hafen des Landes. Von hier aus startete 1838 die erste Atlantiküberquerung mit einem Dampfschiff. Allein hier verließen um 1850 rund zweieinhalb Millionen Iren ihre Heimat Richtung Amerika. Und doch ist viel Kultur in und um Cork geblieben: die Hafenstadt Youghal, in der Teile des Filmklassikers „Moby Dick“ gedreht wurden, die alte Jameson-Whiskey-Destillerie und außerdem eine unverschämt schöne Südküste, von der aus man Wale und Delfine beobachten kann.

Kulturelle Vielfalt

University College Cork

Das Wahrzeichen Corks ist „Pepperpot“ (zu deutsch „Pfefferstreuer“), der 36 Meter hohe Turm von St. Anne’s Church. Gegen eine Gebühr darf jeder Besucher die integrierten Kirchenglocken läuten – entweder eine vom Papier oder eine selbstkreierte. Typisch sehenswert für eine irische Stadt ist das University College von 1845, das nach dem Trinity College in Dublin die zweitälteste Universität des Landes ist. Sie steht an der Stelle, an der einst das Kloster des Schutzheiligen Finbarr als Grundstein für die Stadtgründung Corks gebaut wurde. Wer zur richtigen Zeit kommt, kann im November am „Cork Film Festival“ teilnehmen oder im Oktober das „Cork Jazz Festival“ besuchen.

Highlight: Blarney Stone – Ein heiliger Stein zum Knutschen

Blarney Castle

© Chris Hill - Ireland.com

Menschen aus aller Herren Länder pilgern das ganze Jahr über zu den Überresten des Blarney Castle vor den Toren der Stadt. Nicht die über 500-jährige Ruine selbst ist der Grund dafür, sondern ein ganz bestimmter Stein des Towerhauses in knapp 30 Metern Höhe: Wer wagemutig genug ist, in schwindelnder Höhe rücklings auf einem Gitter bis zum „Blarney Stone“ vorzurobben und ihn zu küssen, bekommt der Legende nach das Geschenk der Sprachgewandtheit. Es scheint zu funktionieren – denn verstummt ist nach dem Besuch bisher noch niemand.

Mehr Infos zum Blarney Stone

Kulinarische Besonderheiten

English Market Cork City

Ein Aufenthalt in Cork ist erst mit einem Besuch in „Jackie Lennox Chip Shop“ komplett. Der erste Fish-&-Chips-Imbiss der Stadt aus dem Jahr 1951 ist noch heute in Familienhand und ein beliebter Treffpunkt. Ebenfalls lohnenswert ist ein Bummel über den English Market, auf dem es Wildlachs, Angus-Rind und zartes Lammfleisch zu kaufen gibt. Und – na klar – nach dem Abendessen geht es für einen Schluck tiefschwarzes Guinness-Bier oder einen irischen Whiskey on the rocks in den Pub um die Ecke. Eine Übersicht über die beliebtesten historischen Kneipen gibt es hier:

www.corkheritagepubs.com

Von Cork aus auf Entdeckungsreise

Die Küste Kerrys

Als größte Stadt des Südens eignet sich Cork hervorragend als Start- oder Endpunkt einer Irland-Reise. Auf dem schnellsten Wege ist die Hauptstadt Dublin in rund drei Stunden zu erreichen, unterwegs passiert man den Rock of Cashel, eines der Wahrzeichen des Landes mit einem uralten Burgensemble. Wer mehr Zeit hat, nimmt die Küstenstraße nach Norden, die mindestens fünf Stunden in Anspruch nimmt. Westlich von Cork liegt mit dem Ring of Kerry, einer 170 Kilometer langen Panoramastraße, ein absolutes Highlight des Südens. Der Rundweg startet im anderthalb Stunden entfernten Killarney.

Newsletter