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Düsseldorf Airport: Maßnahmen zur Verhütung von Vogelschlägen im Luftverkehr

01. März 2016

Düsseldorf Airport: Maßnahmen zur Verhütung von Vogelschlägen im Luftverkehr

Was ist ein Vogelschlag? Als Vogelschlag bezeichnet man die Kollision eines Vogels mit einem Flugzeug. Zusammenstöße zwischen Vögeln und Luftfahrzeugen sind gerade in der Start- und Landephase kritisch und verursachen allein in Deutschland jährlich Schäden in Millionen-höhe.

Verhütung von Vogelschlägen

Wie an jedem anderen deutschen Verkehrsflughafen ist auch am Düsseldorfer Airport nach den Richtlinien des Bundesministers für Verkehr ein Vogelschlagbeauftragter bestellt. Die Vogelschlag-beauftragte am Flughafen Düsseldorf ist verantwortlich für die Einhaltung, Koordinierung und Überwachung aller Maßnahmen zur Verhütung von Vogelschlägen. Die Maßnahmen basieren auf Gutachten des Deutschen Ausschusses zur Verhütung von Vogelschlägen im Luftverkehr e. V. (DAVVL e. V.) und lassen sich in zwei Kategorien einteilen: in biotopverändernde Maßnahmen und in Maßnahmen der Bird Control, zu der die Vergrämung und die Beobachtungs- sowie Dokumentationsleistungen gehören. Der Schwerpunkt liegt auf dem sogenannten „Biotopmanagement“.

Biotopmanagement

Auf den etwa 340 Hektar Grünland der Flugbetriebsfläche des Airports (Gesamtfläche 600 Hektar) setzt die Vogelschlagbeauftragte in erster Linie auf das richtige „Biotopmanagement“. Das Gebiet muss möglichst unattraktiv für große Vögel ab etwa 80 Gramm sein. Langes Gras, keine beerentragenden Sträucher, keine Wasserstellen, keine Düngung – durch eine extensive Grünlandbewirtschaftung wird ein Austausch von Groß- hin zu Kleinvögeln bewirkt. Die Grünlandflächen werden in der sogenannten Langgraswirtschaft gehalten, weil die meisten Vögel in dem dichten, langen Gras ihre Fluchtdistanzen nicht einhalten können und die Futtersuche beschwerlich ist. So sollen sie andere Gebiete dem Flughafengelände vorziehen. Nur einmal im Jahr werden die großen Flächen gemäht; zwischen den Schildern und auf den Reflexionsflächen der Sender geschieht dies öfter. Auf Düngung und Ackerbau wird selbstverständlich verzichtet. Wichtig sind zudem die Drainagen entlang der Start- und Landebahn, damit sich bei Regen kein Wasser ansammelt, das Enten, Gänse und andere Vögel anlockt. Teiche und Bäche sind dementsprechend ebenfalls tabu. Für den unmittelbaren Umgebungsbereich des Airports gibt die Vogelschlag-beauftrage ihre Stellungnahme zu Planungsvorhaben ab und weist die Behörden auf Problemflächen hin.

Bird Control

Mit der Bird Control am Airport sind auch die Marshaller und insbesondere die Jagdaufseher betraut. Mittlerweile beschäftigt der Flughafen zwei hauptamtlich tätige Jagdaufseher, die nicht nur Jäger sind. Der Falknerschein und eine zusätzliche Jagdaufseherprüfung gehören zur Qualifikation. Zu den ad-hoc-Maßnahmen am Airport zählt beispielsweise die Vergrämung der vogelschlag-relevanten Vogelarten, wie zum Beispiel Graureiher, Lachmöwen, Tauben, Wildgänse, Kiebitze oder Stare, von den Flugbetriebsflächen und auch aus Flugzeughallen. Die Marshaller vergrämen Vogelschwärme mittels pyroakustischer Munition. Vergrämungsmaßnahmen sind ständig vorzunehmen, insbesondere während der Vogelzugzeiten im Herbst und Frühjahr.

Ein möglichst optimales Vogelschlagmanagement basiert auf der kontinuierlichen Beobachtung des gesamten Betriebsbereichs. Das Gelände wird auch regelmäßig vor Aufnahme des Flugbetriebs und während des Betriebs auf das Vorhandensein von Vögeln kontrolliert. Eine permanente Überwachung des Rollfeldes und des Vorfeldes ist wichtig für die Beurteilung des Verhaltens der gefiederten „Airportbesucher“. Hierfür sind genaue ornithologische Kenntnisse notwendig; die Ergebnisse werden dokumentiert. Insgesamt sind im Laufe der letzten 20 Jahre etwa 100 verschiedene Vogelarten beobachtet worden.

Der Erfolg all dieser Maßnahmen, wie Biotopmanagement und Bird Control, zeigt sich letztendlich daran, dass der größte Flughafen in Nordrhein-Westfalen in den vergangenen Jahren eine gute Vogelschlagbilanz mit einer geringen Schadensrate vorweisen kann. Obwohl in den vergangenen fünf Jahren die Vogelschlagereignisse in ganz Deutschland leicht gestiegen sind, sind diejenigen mit Schäden weiterhin zurückgegangen. Bei weniger als einem Viertel der Vogelschläge führen diese zu Beschädigungen am Flugzeug.

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