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Das Brandschutzkonzept auf einen Blick

01. März 2016

Das Brandschutzkonzept auf einen Blick

Sicherheit an Flughäfen ist eine der anspruchsvollsten Aufgaben. Millionen Fluggäste starten und landen hier pro Jahr. Mit diesen wachsenden Passagier- und Flugzahlen steigt zumeist auch die Zahl an baulichen Veränderungen. So verfügen große Verkehrsflughäfen über eine Vielzahl unterschiedlicher Gebäude, angefangen von Flugzeughallen bis hin zum großen Terminal. Und genau mit Blick auf diese Entwicklung sind insbesondere die Maßnahmen des flughafeneigenen Bereichs „Vorbeugender Brandschutz“ zur präventiven Gefahrenabwehr und Vermeidung von Schäden im Voraus von extremer Bedeutung. Der Düsseldorfer Airport ist im Vorbeugenden Brandschutz technisch auf dem neuesten Stand.

Das Brandschutzkonzept des größten Flughafens NRWs ist objektbezogen. Es basiert auf folgenden Schwerpunkten: auf einer modernen Brandmeldeanlage, um eventuelle Gefahren frühzeitig zu erkennen, auf einem optimalen Rettungswegekonzept, da der Personenschutz am Flughafen eindeutig an erster Stelle steht, sowie auf einer effektiven Entrauchungsanlage in allen öffentlichen Bereichen, um im Brandfall Rauch sofort aus den Gebäuden ins Freie abzuführen. Neben baulichen und anlagentechnischen Elementen wird das „Integrierte Gefahrenabwehrmanagement“ des Airports durch eine organisatorische Komponente ergänzt und unterstützt. Schließlich bleibt der Mensch auch bei der all der Technik eine entscheidende Komponente in diesem Bereich. Als Ergänzung zur Gefahrenabwehr gibt es daher am Airport ein weitreichendes Schulungskonzept für Flughafenmitarbeiter, das beispielsweise regelmäßige Gebäude- räumungsübungen beinhaltet. Maßnahmen des Vorbeugenden Brandschutzes im zentralen Terminalgebäude:

Minimierung von Brandlasten
Um das Risiko einer Brandentwicklung bereits im Vorfeld weitgehend auszuschließen, sind für den Gebäudeausbau (zum Beispiel Dämm- und Isoliermaterialien) und für fest installierte Einrichtungsgegenstände in den öffentlichen Terminalbereichen ausschließlich nichtbrennbare Materialien zugelassen. Die Brandlast von Kleinmöbeln ist möglichst gering zu halten. Für Polstermöbel und Stuhlbezüge ist beispielsweise durch den Hersteller eine ausreichende Sicherheit gegen Entzündung nachzuweisen.

Brand- und Rauchabschnitte
Ein wesentlicher bautechnischer Bestandteil des Brandschutzkonzeptes ist die konsequente Bildung von Brand- und Rauchabschnitten, die verhindern, dass sich Brandgase oder Feuer großflächig im Terminal ausbreiten können. Rauch- und Brandschutztore werden automatisch über die Brandmeldeanlage aktiviert.
Anzahl Brandschutztore: 93
Brandmeldetechnik
Im gesamten Terminal ermöglicht die flächendeckende Brandfrüherkennung (zum Beispiel durch Rauchmelder) eine schnelle Erkennung und Lokalisierung von Rauchentwicklungen. Spezielle Gefahrenbereiche (zum Beispiel Gastronomie- und Küchenbetriebe) werden gesondert überwacht.

Anzahl optische Rauchmelder und Wärmemelder: 14.822

Anzahl Linearmeldesysteme (Infrarot): 74

Anzahl Rauchansaug-Brandmeldesysteme (zur Brandgaserkennung in speziellen Bereichen): 61

Anzahl Handdruckknopfmelder: (Manueller „Feuermelder“): 958

Entrauchungsanlagen
Ein umfangreiches Entrauchungskonzept verhindert – in Zusammenwirkung mit den Rauch- und Feuerschutzabschnitten – eine großflächige Verrauchung des Terminalbereiches. Umfangreiche „Rauchversuche“ am Modell und im Terminal haben bestätigt, dass Brandgase innerhalb kurzer Zeit wirksam abgesaugt werden. Die Entrauchungsanlagen werden automatisch von der Brandmeldeanlage aktiviert. Treppenhäuser und Aufzugsschächte werden darüber hinaus durch eine Überdruckbelüftung vor Verrauchung geschützt.

Anzahl Entrauchungsventilatoren: 347

Elektroakustische Ansage zur Personenalarmierung

Eine wichtige Maßnahme im Rahmen des Personenschutzes ist die schnelle Evakuierung des Gefahrenbereiches. Die elektroakustische Anlage steuert und überwacht rund 9.837 Lautsprecher in allen Terminalbereichen. Störungen werden von der Anlage erkannt und gemeldet. Die Aktivierung von Evakuierungsdurchsagen erfolgt automatisch über die Brandmeldeanlage oder kann manuell von der Flughafenfeuerwehr vorgenommen werden.

Anzahl Lautsprecher: 9.800

Aufzugsanlagen
Aufzüge fahren im Brandfall automatisch eine sichere Etage an. Um diese zu erreichen, wurde für das Brandschutzkonzept am Flughafen Düsseldorf eigens die so genannte „Dynamische Brandfallsteuerung“ entwickelt. Im Falle eines Feueralarms greift das so genannte „Alarm- und Informationsmanagementsystem“ in die Aufzugssteuerung ein und veranlasst eine Evakuierungsfahrt. 

Anzahl Aufzugsanlagen mit Brandfallsteuerung: 88Sprinkleranlage

Anzahl Sprinklerköpfe: 34.854

Wasserversorgung: 3 Zentralen mit je einem 100 m³-Vorratsbehälter Pumpenleistung: 6 Pumpen mit je 3000 l /min bei 9 bar

Fluchtwegkennzeichnung
Fluchtwege führen konsequent und auf dem kürzesten Weg ins Freie. Ungeachtet der Luftsicherheitsbereiche gilt der Grundsatz „Safety vor Security“. Neu entwickelt wurden so genannte dynamische Fluchtwegleitsysteme im Bodenbereich, die automatisch aktiviert werden und den Fluchtweg zusätzlich kennzeichnen.

Anzahl automatische Türen: 909

Anzahl Fluchtwegleitsysteme im Bodenbereich: 68

Anzahl Fluchtwegleitsysteme im Wandbereich (Tiefgarage): 10

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