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Umweltminister Remmel informierte sich am Airport über den Einsatz der PFT-Großanlagen

25. Juli 2016

NRWs Umweltminister Johannes Remmel hat heute am Düsseldorfer Flughafen eine von insgesamt drei PFT-Grundwassersanierungsanlagen auf dem Flughafengelände besucht. Mit den jüngst in Betrieb gegangenen Großanlagen am ehemaligen Feuerlöschbecken, an der Feuerwache Nord sowie am westlichen Ende der Südbahn wird sichergestellt, dass vom Gelände des Airports kein PFT-belastetes Grundwasser mehr in Richtung Kaiserswerth abströmt. Der Reinigungsgrad der Großanlagen liegt bei nahezu 100 Prozent. Nach der Reinigung wird das geförderte Grundwasser in den Kittelbach eingeleitet. Der Flughafen hat rund zwei Millionen Euro in den Bau der drei Großanlagen investiert.

„Ich begrüße es sehr, dass der Flughafen Düsseldorf das Problem des PFT-belastenden Grundwassers angeht. Der Schutz der öffentlichen Wassergewinnung und damit der Schutz der Bevölkerung hat dabei oberste Priorität“, sagte Minister Remmel bei seinem Besuch. „Wir müssen dafür sorgen, dass Bäche, Flüsse und Seen ihre Funktionen als Ressource und als Lebensraum für Tiere und Pflanzen erfüllen können. Die Qualität des Grundwassers als Trinkwasserreservoir muss verbessert und erhalten werden.“

Nach Bekanntwerden der hohen PFT-Belastung des Grundwassers im Düsseldorfer Norden haben die Umweltbehörden Anlagen dieser Art gefördert und den Flughafen bereits bei der Einrichtung der Pilotanlage ab Januar 2014 unterstützt. In Nordrhein-Westfalen sind in den vergangenen Jahren erhebliche Bemühungen unternommen worden, die Einleitungen von PFOS und anderen PFT aus Betrieben und beim Einsatz als Feuerlöschmittel zu reduzieren. Unter anderem wurde das „Programm Reine Ruhr zur Strategie einer nachhaltigen Verbesserung der Gewässer- und Trinkwasserqualität in Nordrhein-Westfalen" initiiert.

„Wir freuen uns über den heutigen Besuch des Ministers. Die hydraulische Abschirmung der PFT-Eintragsstellen ist ein großer Erfolg. Wir haben damit einen wichtigen Meilenstein bei der Sanierung der Gesamtverunreinigung erreicht“, betont Thomas Schnalke, Sprecher der Flughafengeschäftsführung. „Gemeinsam mit den Umweltbehörden leisten wir hier Stück für Stück ‚Pionierarbeit‘, denn viele Fragen rund um das Thema PFT werden aktuell noch von der Wissenschaft erforscht.“

Das belastete Grundwasser durchläuft in der Sanierungsanlage zunächst einen Kiesbett-Filter, der Eisen und andere Störstoffe ausfiltert. Ionenaustausch-Harze reinigen das Wasser bereits im zweiten Schritt vollständig von den lang- und kurzkettigen PFT. Die nachgelagerten Aktivkohle-Filter sorgen für weitere Sicherheit.

Sämtliche Maßnahmen am Flughafen werden in enger Abstimmung mit dem städtischen Umweltamt durchgeführt. Hunderte Rammkernsondierungen wurden hierbei auf dem Flughafengelände durchgeführt und viele hundert Boden- und Grundwasserproben entnommen.

Einer der nächsten Schritte ist die Planung der Sanierung der Eintragsstellen auf dem Flughafengelände. Hierfür kommen unterschiedliche Verfahren in Betracht. Am westlichen Ende der Südbahn (Unfallstelle Atlas Air) sowie beim früheren Feuerlöschübungsbecken wurden bereits rund 3.000 Tonnen belasteter Boden entfernt, das frühere Feuerlöschbecken wurde fachgerecht zurückgebaut und die PFT belasteten Baustoffe und Bodenmassen ordnungsgemäß entsorgt.

Zusätzlich steht noch die Prüfung weiterer Maßnahmen zur Sanierung der Fahnen außerhalb des Flughafengeländes an. Hierfür sind weitere detailliertere Boden- und Grundwasseruntersuchungen notwendig. Zurzeit erfolgt die Standortsuche für die erforderlichen Pumpversuche zur Fahnensanierung.

Flughafenfeuerwehr nutzte marktübliche Löschschäume

Die erhöhten PFT-Konzentrationen an einigen Stellen des Flughafengeländes sind auf die für den Flughafenbetrieb zwingend notwendige Anwendung von zugelassenen Löschmitteln zurückzuführen. Diese Schäume waren standardmäßige, marktübliche Produkte, die von den Feuerwehren vor allem zur Bekämpfung von Flüssigkeitsbränden (z.B. Kerosin) verwendet wurden. Die negativen Eigenschaften von PFT waren damals noch nicht bekannt. Direkt nachdem die nachteiligen Auswirkungen von PFT bekannt wurden, entschied die Flughafenfeuerwehr 2007, derartige Produkte nicht mehr einzusetzen. Seitdem werden für den Ernstfall nur noch PFT-reduzierte Löschmittel vorgehalten. Übungen mit Löschschäumen finden seit 2007 ebenfalls nicht mehr statt. Darüber hinaus hat der Airport das ehemalige, seit 2007 nicht mehr genutzte Feuerlöschübungsbecken im Mai 2011 durch ein neues Funktionstestbecken ersetzt, das insbesondere unter Umwelt- und Sicherheitsaspekten dem neuesten Stand der Technik entspricht.

PFT-Belastungen sind weitverbreitetes Phänomen

Erstmals wurde das industriell hergestellte PFT (Perfluorierte Tenside) in den 1970er Jahren in der Umwelt festgestellt. Mittlerweile sind PFT-Belastungen in Gewässern und Böden weitverbreitet. Erhöhte PFT-Konzentrationen kommen an sehr vielen Stellen weltweit vor. PFT werden etwa von der Kleidungs-, Agro-, Pharma- und Chemieindustrie produziert, verkauft und eingesetzt. Nahezu alle Betriebs- und kommunalen Feuerwehren nutzten in der Vergangenheit PFT-haltige Löschmittel.

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