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Kapazitätserweiterung

Flexibel und bedarfsorientiert in die Zukunft

Der Flughafen Düsseldorf möchte die Weichen für die Zukunft stellen, um die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes NRW zu stärken und die Mobilitätsbedürfnisse unserer Gesellschaft optimal erfüllen zu können. Hierzu wurde am 27.02.2015 ein Antrag auf Planfeststellung mit einer Änderung unserer Betriebsgenehmigung beim zuständigen Ministerium eingereicht. 
Es gibt in Düsseldorf seit Jahren – insbesondere in den stark frequentieren Tageszeiten – eine große Übernachfrage der Fluggesellschaften nach Slots für Starts und Landungen. Das Anliegen des Flughafens ist es daher, zukünftig mit seinem bestehenden Pistensystem in den Tagesstunden (06 - 22 Uhr) – unter Wahrung des Angerlandvergleichs – flexibler und – insbesondere in den verkehrsstarken Zeiten über Tage  bedarfsorientierter arbeiten zu können.

Kernpunkte

Erhöhung der Slots in den Spitzenstunden

Nach der aktuellen Genehmigung sind derzeit in einem Jahr insgesamt 256.000 Flugbewegungen im IFR-Verkehr (Verkehr nach Instrumentenflugregeln) zulässig. Trotz höchster Übernachfrage wurde diese Zahl an zulässigen Flugbewegungen in der Vergangenheit nicht erreicht. Das liegt an der zurzeit gültigen Regelung der Stundeneckwerte für den Flugbetrieb über Tage.

In der Hälfte der wöchentlichen Betriebszeit, das sind 56 Wochenstunden, dürfen zwischen 6 Uhr morgens und 22 Uhr abends auf beiden Start- und Landebahnen bis zu 45 Bewegungen im Linien- und Charterverkehr zuzüglich bis zu zwei Bewegungen im Sonstigen IFR-Verkehr koordiniert werden. In den anderen 56 Wochenstunden dürfen 43 Bewegungen ausschließlich auf der südlichen Hauptbahn abgewickelt werden. 

In den Spitzenstunden, also in den nachfragestarken Zeiten, sollen deshalb zukünftig bis zu 60 Flugbewegungen pro Stunde koordiniert werden dürfen. Das entspricht der technischen Kapazität des Zweibahnsystems in Düsseldorf. In der verbleibenden Zeit soll der Eckwert unverändert bei 43 Flugbewegungen pro Stunde liegen – wie bisher mit der Möglichkeit einer späteren Erhöhung auf 45 bei einem entsprechenden Nachweis der flugsicherungstechnischen Umsetzbarkeit. Nach derzeitiger Regelung sind 256.00 Slots pro Jahr möglich (2019 waren es rund 217.000 Flugbewegungen). Nach der neuen Regelung könnte der Düsseldorfer Flughafen den Airlines 318.000 Slots zur Verfügung stellen. Bei einer realistischen Auslastung von ca. 80 Prozent rechnet der Düsseldorfer Airport perspektivisch jedoch mit rund 246.000 Flugbewegungen pro Jahr. Dies liegt unter der bereits heute genehmigten theoretischen Zahl.

Ausrufezeichen
Die Nachfrage der Fluggesellschaften nach Zeitfenstern für Starts oder Landungen (Slots) in verkehrsstarken Tageszeiten liegt deutlich über der zurzeit gültigen rechtlichen Kapazität. Als Folge können Fluggesellschaften ihre für unseren Flughafen in Düsseldorf geplanten Flugangebote nicht oder nicht in vollem Umfang realisieren. Das ist ein erheblicher Standortnachteil für NRW.

Flexible Bahnnutzung

Zurzeit beinhaltet unsere aktuelle Betriebsgenehmigung eine sehr starre Regelung zur Mitbenutzung der Nordbahn. So muss unser Flughafen dem Landesverkehrsministerium mindestens eine Woche im Voraus anzeigen, wann die Nordbahn mitgenutzt werden soll. Eine Abweichung von dieser Planung, etwa aus betrieblichen Gründen, ist im Nachhinein grundsätzlich nicht möglich. Diese starre Regelung verhindert, dass die Deutsche Flugsicherung (DFS) flexibel auf schlechte Wetterlagen oder Streiksituationen reagieren oder über den Tag auflaufende Verzögerungen abbauen kann.

Daher ist es unser Anliegen, dass die DFS in Abstimmung mit dem Flughafen zukünftig die beiden Start- und Landebahnen für die Abwicklung des Verkehrs ohne die heutige, starre Sperrungsregelung nutzen können darf. Wir werden auch zukünftig die Nutzung der Nordbahn unter Berücksichtigung des aktuellen Koordinierungsstandes wöchentlich im Voraus festlegen und die Planung der Genehmigungsbehörde vorab übermitteln. Sollte aber die Nutzung der zweiten Bahn zur Vermeidung von Verspätungen genutzt werden müssen, so soll dies möglich sein, wenn auf einem für jedes Halbjahr neu aufzubauenden Zeitkonto ungenutzter Zwei-Bahn-Zeitabschnitte ein positiver Saldo besteht. Mit diesem Vorgehen wird sichergestellt, dass die Nutzung der Nordbahn 50 Prozent nicht überschreitet. Am Ende einer Flugplansaison nicht genutzte Zwei-Bahn-Zeitabschnitte verfallen und können nicht in die nächste Saison übertragen werden. Die nachrangige Nutzung der Nordbahn im Sinne des Angerlandvergleichs ist dabei weiterhin sichergestellt, denn die Regelung, die Nordbahn nur in Spitzenzeiten oder als Ausweichbahn zu nutzen, bleibt bestehen.

Ausrufezeichen
Zum Abbau möglicher Verspätungen wäre die DFS in Abstimmung mit unserem Flughafen in der Lage, die Nordbahn über Tage (06 - 22 Uhr) mit zu benutzen. Insbesondere durch diese flexiblere Nutzung des Zweibahn-Systems besteht die Möglichkeit, bereits am Tage besser auf Verspätungen reagieren zu können. Dadurch kann es letztlich gelingen, auch die Anzahl verspäteter Flüge in den Randstunden am Abend zu reduzieren.

Weitere Infos

Der im Jahr 2015 gestellte Antrag auf Ausweitung der Betriebsgenehmigung orientiert sich an einem langfristigen Zeithorizont. Dieser ging von Beginn an deutlich über das Jahr 2030 hinaus.
Mittel- bis langfristig gehen wir von einer Normalisierung des Luftverkehrs am Flughafen Düsseldorf aus. Der Luftverkehrsstandort Nordrhein-Westfalen braucht nach Ende der Corona-Pandemie mehr denn je einen starken Flughafen für Menschen und die Wirtschaft der Region.
 
Das Verkehrsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen prüft den Antrag gewissenhaft nach Recht und Gesetz. Die Behörde nimmt in dem Planfeststellungsprozess eine Abwägung der Interessen sowohl des Flughafens als auch der betroffenen Bürgerinnen und Bürger vor und will dafür alle Aspekte angemessen berücksichtigen. Wir unterstützen hierbei bestmöglich.
Nach dem Studium unserer Antragsunterlagen und der Prüfung aller Einwendungen, Stellungnahmen, Gegenäußerungen und Sitzungsprotokolle aus den 2016 und 2017 durchgeführten öffentlichen Anhörungsverfahren hat das Verkehrsministerium in vier Aufklärungsschreiben aus den Jahren 2018 und 2019 weitere Informationen von uns angefordert. Im Rahmen eines Planfeststellungsverfahrens von Infrastruktureinrichtungen ist dies ein normaler und gängiger Prozess.
Darüber hinaus wurden nach ortsüblicher Bekanntmachung in Korschenbroich die Antrags- und weitere Verfahrensunterlagen zur öffentlichen Einsichtnahme vom 04.05.2020 bis einschließlich zum 12.06.2020 ausgelegt. Korschenbroicher Bürgerinnen und Bürger hatten damit die Möglichkeit, sich im Rahmen der vorgesehenen Beteiligung einzubringen und bis zum 26.06.2020 schriftlich Einwendungen gegen die beantragte Kapazitätserweiterung zu erheben. Die dabei vorgebrachten Sachargumente gegen das Vorhaben werden von der Planfeststellungsbehörde ebenfalls geprüft und in die abschließende Entscheidung über die beantragte Kapazitätserweiterung des Flughafens Düsseldorf einbezogen.
Die Einwendungen und Stellungnahmen wurden durch das Verkehrsministerium systematisch erfasst und thematisch geordnet. Der Flughafen Düsseldorf hat nun die Möglichkeit zu entsprechenden Gegenäußerungen. Im Rahmen eines Planfeststellungsverfahrens von Infrastruktureinrichtungen ist dies ebenfalls ein normaler und gängiger Prozess. Da das Verkehrsministerium bezüglich der Flugbewegungsprognose bis 2030 auch die Auswirkungen der Corona-Pandemie und damit eine Gesamtbetrachtung des Jahres 2020 vornehmen wollte, mussten die entsprechenden Daten in die ergänzende gutachterliche Stellungnahme einfließen. Das ist nun der Fall
 
Sämtliche Punkte, die mit Blick auf die Planfeststellung beantragt werden, sind aus unserer Sicht konform mit dem Angerlandvergleich. Der Vergleich ist weiterhin gültig. Alle im Angerlandvergleich behandelten Aspekte, wie zum Beispiel die Nachrangigkeit der Nordbahn, bleiben von dem neuen Antrag unangetastet.
Die Lärmbelastung wird sich kaum wahrnehmbar erhöhen. Außerdem will der Airport seine Anwohner weiter schützen, unter anderem durch eine freiwillige Fortsetzung seines umfangreichen Schallschutzprogramms. In den Tagesrandzeiten könnte sich die Situation aufgrund besserer Voraussetzungen für den Abbau von Verspätungen möglicherweise sogar verbessern.
Das Luftqualitätsgutachten zeigt, dass für alle betrachteten Luftschadstoffkomponenten die aus dem Vorhaben resultierende zusätzliche Belastung äußerst gering ist.
 
Niemand im Luftverkehr hat Interesse an Verspätungen. Darum hat der Düsseldorfer Airport gemeinsam mit seinen Partnern in der Vergangenheit erfolgreich verschiedene Maßnahmen durchgeführt, um Verzögerungen zu vermeiden, die zu Verspätungen und damit zu nächtlichem Fluglärm führen können.
Der Airport verfolgt das Ziel, durch die flexiblere Nutzung des Zweibahn-Systems über Tage besser auf Verspätungen reagieren zu können, um die Anzahl der verspäteten Flugbewegungen in die Nacht hinein zu reduzieren. Die Vorteile einer flexibleren Bahnnutzung wurden durch das eingereichte Gutachten der DFS Deutsche Flugsicherung GmbH nochmals bestätigt.
Letztlich ist der Luftverkehr aber ein komplexes System von zahlreichen wechselseitigen Faktoren, in dem das Auftreten von Verspätungen nicht gänzlich ausgeschlossen werden kann. Alleine durch unvorhergesehene Wetterereignisse, technische Probleme oder Streiks können im Laufe eines Tages Verspätungen entstehen.
 
Am Düsseldorfer Flughafen gelten zum Schutz vor nächtlichem Fluglärm strenge Nachtflugregelungen, an denen auch der aktuelle Antrag, der sich auf die Bewegungen tagsüber fokussiert, nicht rüttelt. Eine Ausweitung des Luftverkehrs in der Nachtzeit (22:00 bis 6:00 Uhr) ist für den Airport kein Thema. Ganz im Gegenteil: Der Airport verfolgt das Ziel, durch die flexiblere Nutzung des Zweibahn-Systems über Tage besser auf Verspätungen reagieren zu können, um die Anzahl der verspäteten Flugbewegungen in die Nacht hinein zu reduzieren. Die Vorteile einer flexibleren Bahnnutzung wurden durch das eingereichte Gutachten der DFS Deutsche Flugsicherung GmbH nochmals bestätigt.
Die in den Nachtflugregelungen enthaltene Flexibilität mit Toleranzen für verspätete Landungen ist wichtig für den Standort Düsseldorf. Für die Fluggesellschaften, die Passagiere und für einen leistungsfähigen Luftverkehr in NRW ist sie absolut notwendig, da sie allen Beteiligten Verlässlichkeit gibt, auch bei nicht beeinflussbaren externen Faktoren in einem begrenzten Rahmen in Düsseldorf nach 23:00 Uhr landen zu können. Diese Planungssicherheit gilt insbesondere für die Fluggesellschaften, die in Düsseldorf ihren Wartungsschwerpunkt haben. Wir wollen gemeinsam mit allen Beteiligten die Zahl der Verspätungen reduzieren, ohne diese Flexibilität anzutasten und sich damit als Flughafenstandort ins Abseits zu stellen.
 

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