Kernpunkte des Vorhabens

Um zukünftig nachfrageorientierter und flexibler arbeiten zu können, möchte unser Flughafen den Fluggesellschaften in den nachfragestarken Spitzenstunden zukünftig mehr Zeitfenster für Starts und Landungen anbieten können. Außerdem wird eine flexiblere Nutzung des Bahnsystems angestrebt.

Erhöhung der Slots in den Spitzenstunden

Spitzenstunden

Zurzeit dürfen gemäß unserer aktuellen Betriebsgenehmigung in den sechs verkehrsreichsten Monaten eines Jahres, das ist üblicherweise der Zeitraum Mai bis Oktober, maximal 131.000 Flugbewegungen durchgeführt werden.

Davon entfallen 3.000 Bewegungen auf den VFR-Verkehr (Verkehr nach Sichtflugregeln). Die restlichen 128.000 Bewegungen entfallen auf den Linien- und Charterverkehr sowie auf den Sonstigen IFR-Verkehr (Verkehr nach Instrumentenflugregeln).

Damit wären nach unserer aktuellen Genehmigung in einem Jahr insgesamt 256.000 Flugbewegungen im IFR-Verkehr zulässig. Trotz höchster Übernachfrage wurde diese Zahl an zulässigen Flugbewegungen in der Vergangenheit nicht erreicht. Das liegt an der zurzeit gültigen Regelung der Stundeneckwerte für den Flugbetrieb über Tage.

In der Hälfte der wöchentlichen Betriebszeit, das sind 56 Wochenstunden, dürfen zwischen 6 Uhr morgens und 22 Uhr abends auf beiden Start- und Landebahnen bis zu 45 Bewegungen im Linien- und Charterverkehr zuzüglich bis zu zwei Bewegungen im Sonstigen IFR-Verkehr koordiniert werden. In den anderen 56 Wochenstunden dürfen 43 Bewegungen ausschließlich auf der südlichen Hauptbahn abgewickelt werden.

Die Nachfrage der Fluggesellschaften nach Zeitfenstern für Starts oder Landungen (Slots) in verkehrsstarken Tageszeiten liegt deutlich über der zurzeit gültigen rechtlichen Kapazität. Als Folge können Fluggesellschaften ihre für unseren Flughafen in Düsseldorf geplanten Flugangebote nicht oder nicht in vollem Umfang realisieren. Das ist ein erheblicher Standortnachteil für NRW.

In den Spitzenstunden, also in den nachfragestarken Zeiten, sollen deshalb zukünftig bis zu 60 Flugbewegungen pro Stunde koordiniert werden dürfen. Das entspricht der technischen Kapazität des Zweibahnsystems in Düsseldorf. In der verbleibenden Zeit soll der Eckwert unverändert bei 43 Flugbewegungen pro Stunde liegen – wie bisher mit der Möglichkeit einer späteren Erhöhung auf 45 bei einem entsprechenden Nachweis der flugsicherungstechnischen Umsetzbarkeit. Bei einer realistischen Auslastung von circa 80 Prozent aller möglichen Slots, können so mittelfristig tatsächlich bis zu 254.300 Flugbewegungen pro Jahr im IFR-Verkehr (Verkehr nach Instrumentenflugregeln) in Düsseldorf durchgeführt werden. Dieser prognostizierte Wert liegt innerhalb des bereits jetzt genehmigten Rahmens von 256.000 Flugbewegungen im IFR-Verkehr.

Flexiblere Nutzung des Bahnsystems

Flexibles Bahnsystem

Zurzeit beinhaltet unsere aktuelle Betriebsgenehmigung eine sehr starre Regelung zur Mitbenutzung der Nordbahn. So muss unser Flughafen dem Landesverkehrsministerium mindestens eine Woche im Voraus anzeigen, wann die Nordbahn mitgenutzt werden soll. Eine Abweichung von dieser Planung, etwa aus betrieblichen Gründen, ist im Nachhinein nicht möglich. Diese starre Regelung verhindert, dass die Deutsche Flugsicherung (DFS) flexibel auf schlechte Wetterlagen oder Streiksituationen reagieren oder über den Tag auflaufende Verzögerungen abbauen kann.

Daher ist es unser Anliegen, dass die DFS zukünftig die beiden Start- und Landebahnen für die Abwicklung des Verkehrs ohne die heutige, starre Sperrungsregelung nutzen können darf. Die nachrangige Nutzung der Nordbahn im Sinne des Angerlandvergleichs ist dabei weiterhin sichergestellt, denn die Regelung, die Nordbahn nur in Spitzenzeiten oder als Ausweichbahn zu nutzen, bleibt bestehen.

Zunächst war geplant, dass die Verteilung der Nutzungszeiten nicht mehr auf eine Woche, sondern auf ein Kalenderjahr bezogen ist. Die nachrangige Nutzung der Nordbahn wäre dabei schon bei der Slotkoordination sichergestellt worden, da für die weiteren 50 Prozent der Betriebszeit lediglich eine Anzahl von Bewegungen koordiniert worden wäre, die auf einer Bahn abgewickelt werden kann.

Nach einem konstruktiven Austausch mit unseren Anwohnern zur geplanten neuen Betriebsgenehmigung haben wir unseren Antrag in zwei wesentlichen Punkten überarbeitet. Mit den inhaltlichen Änderungen haben wir geäußerte Sorgen unserer Nachbarn aufgegriffen und zentrale Bedenken der Menschen entkräftet.

In unserem modifizierten Antrag verpflichten wir uns, die Vergabe der Slots (Zeitfenster für Starts und Landungen) weiterhin wie bisher gleichmäßig auf das Jahr zu verteilen. Ursprünglich war die Beantragung einer deutlich flexibleren Slotvergabe vorgesehen gewesen: Slotkapazität im von den Fluggesellschaften schwächer nachgefragten Winterhalbjahr sollte bei Bedarf in das nachfragestärkere Sommerhalbjahr gelegt werden können. Bürgerinitiativen hatten in diesem Zusammenhang die Sorge geäußert, der Flughafen könne mit diesem Vorgehen in die Lage versetzt werden, nahezu alle Zweibahnstunden mit maximal 60 Flugbewegungen in den Sommer zu verlegen. Mit der vorgenommenen Antragsänderung schließen wir eine solche theoretische Möglichkeit aus: Slots aus dem Winterhalbjahr können nun nicht mehr im Sommer genutzt werden. Wie heute bereits auch, wird die Zahl der Stunden pro Woche, in denen die Zwei-Bahn-Kapazität koordiniert wird, auf 50 Prozent der Betriebszeit begrenzt bleiben (= 56 Stunden/Woche).

Die zweite Anpassung stärkt die für die Bürger wichtige nachrangige Nutzung der zweiten Start- und Landebahn (Nordbahn). Wir verpflichten uns, auch zukünftig die Nutzung der Nordbahn unter Berücksichtigung des aktuellen Koordinierungsstandes wöchentlich im Voraus festzulegen und die Planung der Genehmigungsbehörde vorab zu übermitteln. Dennoch wahren wir unser wichtiges Anliegen, Verspätungen vor allem in den Abendstunden mit einer neuen Betriebsgenehmigung weiter zu reduzieren: Sollte unter dem Einfluss von Streiks, Wetter oder anderen Ereignissen kurzfristig die Nutzung der zweiten Bahn zur Vermeidung von Verspätungen genutzt werden müssen, so soll dies nur möglich sein, wenn auf einem für jedes Halbjahr neu aufzubauenden Zeitkonto ungenutzter Zwei-Bahn-Zeitabschnitte ein positiver Saldo besteht. Mit diesem Vorgehen wird sichergestellt, dass die Nutzung der Nordbahn 50 Prozent nicht überschreitet. Am Ende einer Flugplansaison nicht genutzte Zwei-Bahn-Zeitabschnitte verfallen und können nicht in die nächste Saison übertragen werden.

Zum Abbau möglicher Verspätungen wäre die DFS in Abstimmung mit unserem Flughafen so in der Lage, die Nordbahn über Tage mit zu benutzen. Insbesondere durch diese flexiblere Nutzung des Zweibahn-Systems besteht die Möglichkeit, bereits am Tage besser auf Verspätungen reagieren zu können. Dadurch kann es letztlich gelingen, auch die Anzahl verspäteter Flüge in den Randstunden am Abend zu reduzieren.

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