Ehemaliger LTU-Airbus wird in Düsseldorf zerlegt

Für den Airbus A330-200 mit der Baunummer 403 geht am Flughafen Düsseldorf eine lange Reise zu Ende.

Seinen ersten Passagierflug absolvierte das Großraumflugzeug am 30. Mai 2001 vom Düsseldorfer Airport aus ins kanadische Toronto. Unter dem Kennzeichen D-ALPA war der Flieger für die damalige LTU viele Jahre im Einsatz. Im August 2020 kehrte der zweistrahlige Jet zu Wartungszwecken in seine „alte Heimat“ zurück, nahm den Flugbetrieb aber nicht mehr auf. Nachdem die in Halle 8 ansässige Wartungsfirma Nayak das Flugzeug komplett ausgeräumt und entkernt hatte, rückten ihm nun in der Lärmschutzhalle große Metallschneider zu Leibe und zerlegten das Flugzeug in seine Einzelteile. Somit endete die Reise des Airbus quasi dort, wo sie begonnen hatte.

Zerlegung Airbus A330-200

Die Geschichte des ersten A330-200 aus der LTU-Flotte ist facettenreich. Acht Jahre war die D-ALPA im Dienst des Düsseldorfer Home Base Carriers LTU. Der letzte Flug mit LTU-Bemalung ging am 19. März 2009 von Düsseldorf nach Dubai. Einen Tag später wurde das Flugzeug in Abu Dhabi zum Air Berlin-Flieger umlackiert. Am 27. März 2009 kehrte es nach Düsseldorf zurück und startete erstmalig unter Air Berlin-Flugnummer mit Ziel Puerto Plata. Nachdem Air Berlin am 15. August 2017 Insolvenz anmelden musste, übernahm Virgin Atlantic Airways im Februar 2018 den Flugbetrieb des Airbus. Mit dem englischen Kennzeichen G-VMNK, das auf die Firma Fly Leasing zugelassen ist, wurde das Flugzeug am 2. Januar 2018 nach Manchester überführt, um dort eine Virgin Atlantic Airways Bemalung zu erhalten. Dabei bekam es auch den Namen „Daydream Believer". Der letzte Eigentümer des Airbus war das amerikanische Leasing-Unternehmen BBAM.

Exakt 90.136 Flugstunden und 8 Flugminuten war der A330-200 in der Luft, bei 13.186 Starts und Landungen. Die Firma Nayak, die 2017 große Teile der Air Berlin Technik übernommen hat, steuerte den gesamten Verschrottungsprozess. Vom Leerräumen des Flugzeugs, über den Ausbau der Komponenten und Steuerflächen bis hin zum Ablassen der Betriebsstoffe. In einem letzten Akt wurde der Airbus in der Lärmschutzhalle aufgebockt, wobei große Autokräne den Rumpf aus dem Fahrwerk gehoben haben. Metallschneider zerkleinerten die Überreste in transportable Stücke, um sie soweit möglich in den Recycling-Kreislauf überführen zu können.

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