Spannung in der Luft: Neue Feldmühlensensoren am Flughafen Düsseldorf sorgen für präzisere Gewitterwarnungen
31.07.2025
Noch wirkt die Wetterlage harmlos. Grau in Grau, tiefhängende
Wolken über dem Vorfeld, kaum Bewegung. Doch bei den Airport Duty Managern, die
verantwortlich für den reibungslosen Ablauf des Flugbetriebs sind, steigt die
Aufmerksamkeit. Denn was zunächst nur nach einem typischen Schauer aussieht,
kann sich rasch zu einem Gewitter entwickeln und erhöhte Blitzgefahr bedeuten –
mit möglichen Folgen für die Sicherheit auf dem Vorfeld, die Pünktlichkeit der
Flüge und die Reisepläne der Passagiere.
Laut dem Blitzinformationsdienst ALDIS/BLIDS wurden im Jahr
2024 über 209.000 Blitzeinschläge in Deutschland registriert, mehr als 19.000
davon allein in Nordrhein-Westfalen. In diesem Jahr waren es bis Juli bereits
mehr als 9.800.
Um solche Wetterlagen künftig noch präziser beurteilen zu
können, setzt der Flughafen Düsseldorf ab Anfang August auf sogenannte
Feldmühlensensoren. Drei dieser Geräte sind rund um die Start- und Landebahnen
installiert und messen in Echtzeit die elektrische Feldstärke in der
Atmosphäre. Noch bevor der erste Blitz auftritt, registrieren sie die
zunehmende Spannung in der Luft. Die präzisen Messwerte werden zusammen mit
Daten von Wetter- und Blitzinformationsdiensten über ein zentrales System
visuell aufbereitet und fließen direkt in die operative Einschätzung des
Airport Duty Managements ein. Das differenziertere Lagebild ermöglicht es,
wetterbedingte Betriebsunterbrechungen gezielter zu steuern und daraus
resultierende Verspätungen oder Flugausfälle zu reduzieren.
„Bei Gewitterlagen geht es oft um
Minuten“, weiß Christoph Müller, Airport Duty Manager am Flughafen Düsseldorf.
„Wir müssen schnell entscheiden, ob wir die Abfertigung stoppen oder
fortsetzen. Wird die Lage kritisch, informieren wir alle Beteiligten unmittelbar.
Die Sensoren liefern uns dafür verlässliche Werte direkt vom Flughafengelände.
Das hilft uns, Unterbrechungen genau dann einzuleiten, wenn es notwendig ist,
und sie rasch wieder aufzuheben, sobald keine Blitzgefahr mehr besteht. Unser
Ziel ist ein sicherer, verlässlicher Flugbetrieb, auch wenn das Wetter mal
nicht mitspielt.“
Die Sicherheit von Mitarbeitenden, Passagieren und
Crewmitgliedern hat am Flughafen stets höchste Priorität. Daher müssen bei
drohender Blitzgefahr auf dem Vorfeld sämtliche Tätigkeiten im Außenbereich
eingestellt werden. Dazu zählen das Betanken, Beladen und das Zurückschieben
von Flugzeugen ebenso wie das Ein- und Aussteigen an Positionen ohne
Fluggastbrücke. Wenn sich ein Gewitter in der Nähe des Flughafens aufbaut,
werden koordinierte Maßnahmen eingeleitet, um den Betrieb geordnet zu
unterbrechen. Je nach Verkehrsaufkommen und Gewitterlage kann es dabei zu
erheblichen Zusatzkosten kommen. Neben Verspätungen und Umlaufanpassungen
entstehen im Fall von Annullierungen auch wirtschaftliche Einbußen. Ziel des
neuen Systems ist es daher, Unterbrechungen nicht nur sicher, sondern auch so
effizient wie möglich zu steuern.
In einer nächsten Ausbaustufe wird die Technologie durch ein
flächendeckendes optisches und akustisches Warnsystem ergänzt. Geplant ist, an
allen Flugzeugpositionen Warnleuchten und Tonsignale zu installieren, die bei
erhöhter Blitzgefahr aktiviert werden. Die Warnungen sind auf dem gesamten
Vorfeld deutlich erkennbar, sodass alle Mitarbeitenden rechtzeitig reagieren
können. Unabhängig davon, wo sie sich gerade befinden.
Perspektivisch kommt eine Sensorik zur Erfassung der
Oberflächenbedingungen auf den Pisten hinzu. Sie soll vor allem im Winter
präzise Informationen zur Glättebildung durch Schnee, Eis oder Schneematsch
liefern und damit eine gezieltere Steuerung von Räum- und Streueinsätzen
unterstützen.
Der Einsatz der Feldmühlensensoren ist Teil des übergeordneten
Ziels, den Flughafen Düsseldorf als einen der besten Airports Europas in seiner
Kategorie zu positionieren. Neben gezielten Investitionen in Nachhaltigkeit,
Terminalinfrastruktur und Aufenthaltsqualität liegt dabei ein besonderer Fokus
auf stabilen und effizienten Prozessen – auch unter herausfordernden
Bedingungen. Digitale Lösungen wie automatisierte Gepäckaufgabe, buchbare
Zeitfenster für die Sicherheitskontrolle, Quick Boarding Gates, ticketloses
Parken per Kennzeichenerkennung oder KI-gestützte Reinigungsleistungen tragen
bereits heute dazu bei, das Reiseerlebnis spürbar zu verbessern.
Mit der Einführung der neuen Sensoren setzt der Flughafen
einen weiteren technologischen Baustein für einen reibungslosen, sicheren und
verlässlichen Betrieb. Selbst dann, wenn sich das Wetter blitzartig ändert.
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Einer von drei neuen Feldmühlensensoren am Flughafen Düsseldorf. Die Geräte messen die elektrische Feldstärke in der Atmosphäre. Foto: Flughafen Düsseldorf
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Christoph Müller hat das Wetter im Blick. Die neuen Sensoren liefern den Airport Duty Managern am Flughafen Düsseldorf verlässliche Echtzeitdaten bei Wetterlagen mit Blitzgefahr. Foto: Flughafen Düsseldorf
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